Caprera mit dem Fahrrad: 5 Routen, die man mindestens einmal im Leben fahren sollte (mit oder ohne E-Bike)

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Caprera mit dem Fahrrad: 5 Routen, die man mindestens einmal im Leben fahren sollte (mit oder ohne E-Bike)

Wusstest du, dass Caprera als “das versteckte Paradies für Radfahrer” bezeichnet wurde? Es ist die einzige Insel im Mittelmeer, auf der man mit dem Fahrrad durch einen Nationalpark radeln und dabei die Geschichte Italiens hautnah erleben, in karibisch anmutendem Wasser baden und das Grab von Giuseppe Garibaldi besuchen kann – und das alles an einem einzigen Tag und ganz ohne Auto.

In diesem Leitfaden findest du:

  • Wie lange dauert es, Caprera mit dem Fahrrad zu umrunden?

  • Wo kann man auf La Maddalena ein E-Bike mieten (Preise und Tipps)

  • Die schönste Route, um Cala Coticcio, das “sardische Tahiti”

  • Die Regeln des Nationalparks des Archipels von La Maddalena für Radfahrer

  • Eine Frage, die dir niemand stellt: Warum ist der Asphalt auf Caprera rauer als sonst?

Lesezeit: 8 Minuten. Zum Schluss: Du wirst genau wissen, ob du dein eigenes Fahrrad mitbringen oder eines mieten solltest und welche Strecke du je nach deinem Trainingsniveau wählen solltest.

1. Hast du dich schon einmal gefragt, warum Caprera als die fahrradfreundlichste Insel im Mittelmeer gilt?

Kurze Antwort: Weil sie klein und sicher ist und viele kurze Steigungen hat.

Lange Antwort. Im Gegensatz zur benachbarten Costa Smeralda, wo die Straßen eng und voller Geländewagen sind, gibt es auf Caprera nur eine einzige asphaltierte Straße, die fast den gesamten Umfang der Insel säumt. Der Verkehr ist natürlich begrenzt (es gibt weder Hotels noch Ferienanlagen) und gesetzlich geregelt (ein Großteil der Küste ist eine verkehrsberuhigte Zone des Nationalparks des Archipels von La Maddalena).

Die Zahl, die du kennen solltest: Der gesamte Höhenunterschied der Insel beträgt nur 212 Meter. Das ist die Höhe des Monte Tejalone, des höchsten Punktes. Das bedeutet, dass auch ein achtjähriges Kind oder ein 60-Jähriger ohne besondere Kondition die gesamte Runde ohne Probleme bewältigen kann.

Was wäre, wenn ich dir sagen würde, dass der Asphalt auf Caprera absichtlich rauer ist als im Durchschnitt? Das ist kein Zufall. Der Nationalpark hat sich für einen raueren Straßenbelag entschieden, um zu verhindern, dass Autos mit gefährlicher Geschwindigkeit vorbeirasen. Aber es gibt noch einen weiteren Grund, einen romantischen und ein wenig verrückten: den Hufen der Wildpferde zu schützen, die von Garibaldis Nachkommen abstammen. Ja, es gibt sie noch, und manchmal begegnet man ihnen, während man in Richtung Punta Rossa radelt.

Praktischer Tipp: Wenn du die Straßen möglichst menschenleer haben möchtest, fahr am besten zwischen 8:00 und 10:00 Uhr morgens. Die Autos der Touristen kommen erst später, mit der Fähre um 9:30 Uhr. In dieser goldenen Stunde gehört die Insel ganz dir.

2. Wie kommt man mit dem Fahrrad nach Caprera? (Fähre, Brücke und was dir sonst niemand verrät)

Die Antwort in drei Schritten:

  1. Nimm die Fähre von Palau nach La Maddalena (15–20 Minuten)

  2. Überquere den Passo della Moneta, die Brücke, die La Maddalena mit Caprera verbindet

  3. Du bist auf der Insel. Tritt in die Pedale.

Wie viel kostet es, das Fahrrad auf die Fähre mitzunehmen? Das hängt vom jeweiligen Unternehmen ab. Im Durchschnitt kostet die Mitnahme eines herkömmlichen Fahrrads zwischen 3 und 5 Euro pro Strecke. Für E-Bikes gilt derselbe Tarif. Einige Unternehmen bieten in der Nebensaison (Mai und September) die kostenlose Mitnahme von Fahrrädern an. Informiere dich vor der Abreise immer auf der Website des jeweiligen Unternehmens.

Und wenn du kein Fahrrad hast? Verleih in La Maddalena. Im Ortszentrum, nur wenige Schritte vom Anlegeplatz entfernt, gibt es mindestens sechs Verleihgeschäfte. Die Preise sind wie folgt:

  • Citybike: 12–15 Euro pro Tag

  • Mountainbike: 15–20 Euro pro Tag

  • E-Bike: 30–40 Euro pro Tag

  • Tandem oder Lastenfahrrad: 40–50 Euro pro Tag

Achtung: Im Juli und August findet man ohne Reservierung kaum ein E-Bike. Die Geschäfte sind schon Tage vorher ausverkauft. Reserviere mindestens eine Woche im Voraus online.

Das häufigste Versehen: Niemand sagt dir, dass die Brücke „Passo della Moneta“ über einen vom Autoverkehr getrennten Radweg verfügt. Er ist fast zwei Meter breit, sicher, und wenn man ihn überquert, hat man einen spektakulären Blick auf die Meerenge von Bocche di Bonifacio. Halten Sie auf halber Brücke für ein Foto an. Das machen alle, aber aus gutem Grund: Es ist einer der wenigen Orte auf der Welt, an denen man zwei Inseln (Maddalena und Caprera) und das offene Meer auf einen Blick sehen kann.

3. Welche 5 Radrouten gibt es auf Caprera? (Details zu Dauer und Schwierigkeitsgrad)

Hier sind die fünf Routen, die ich persönlich getestet habe. Zu jeder Route findest du Angaben zu Dauer, Schwierigkeitsgrad, Sehenswürdigkeiten und ob sie für Kinder geeignet ist.

Route 1: Die Westküste (die landschaftlich reizvollste)

  • Start und Ziel: Passo della Moneta – Punta Rossa (Hin- und Rückweg)

  • Länge: 15 km

  • Dauer: 2–3 Stunden mit Pausen

  • Schwierigkeitsgrad: leicht (ein paar kurze Anstiege)

  • Was siehst du: Cala Garibaldi, Cala Serena (vom Parkplatz aus zu Fuß erreichbar), Cala Portese, Punta Rossa, die NATO-Bunker

  • Für Kinder geeignet: Ja, wenn du nur die Strecke bis nach Cala Garibaldi machst (5 km hin und zurück)

Das Detail, das Sie sonst nirgendwo finden: Auf der Straße zwischen Cala Garibaldi und Punta Rossa gibt es nach etwa einem Kilometer eine scharfe Rechtskurve. Halte dort an. Dort steht ein Granitfelsen, der wie ein Stuhl aussieht. Er heißt “Garibaldis Stuhl” (nicht offiziell, aber die Einheimischen nennen ihn so). Man sagt, der Held habe dort gesessen und den Sonnenuntergang beobachtet. Legende oder Geschichte? Das spielt keine Rolle. Das Panorama ist real.

Route 2: Die Ostküste (die unberührteste)

  • Start und Ziel: Passo della Moneta – Cala Napoletana (Hin- und Rückweg)

  • Länge: 18 km

  • Dauer: 3–4 Stunden mit Pausen

  • Schwierigkeitsgrad: mittelschwer (Schotterwege, starker Wind)

  • Was siehst du: Cala Coticcio (das “sardische Tahiti”), Cala Napoletana, steil zum Meer abfallende Klippen

  • Für Kinder geeignet: Nein, wegen des Feldwegs und des Windes

Achtung: Diese Strecke ist für Mountainbikes oder Trekkingräder geeignet. Mit einem Citybike kommt man hier nicht durch. Auf den letzten zwei Kilometern vor Cala Napoletana endet der Asphalt und es beginnt ein Weg aus feinem Kies. Er ist befahrbar, aber mit glatten Reifen unangenehm.

Eine mögliche Sichtung: Wenn du leise radelst, besonders früh am Morgen, kannst du vielleicht die Korsische Möwe sehen. Sie ist einer der seltensten Vögel der Welt. Es gibt nur etwa 150 Paare, und Caprera ist einer der wenigen Orte, an denen sie nistet. Sie ist leicht zu erkennen: Sie ist dunkler als andere Möwen, hat einen leuchtend roten Schnabel und schwarze Beine. Wenn Sie sie sehen, halten Sie in einiger Entfernung an. Nähern Sie sich nicht. Sie ist eine vom Nationalpark des Archipels von La Maddalena geschützte Art, und bei Störung drohen Geldstrafen von bis zu zweitausend Euro.

Route 3: Die komplette Rundwanderung um Caprera (für geübte Wanderer)

  • Start und Ziel: Passo della Moneta (Rundstrecke)

  • Länge: 25 km

  • Dauer: 4–5 Stunden mit Pausen

  • Schwierigkeitsgrad: mittelschwer bis schwer (längere Anstiege, gemischter Untergrund)

  • Was siehst du: alle Strände, Monte Tejalone, das Inselinnere, Compendio Garibaldino

  • Für Kinder geeignet: nur für Erwachsene (ab 12 Jahren) und trainierte Personen

Das Geheimnis dieser Tour: Der innere Teil, der sich von der Küste entfernt und durch das Herz von Caprera führt, ist am wenigsten frequentiert. Hier sieht man fast zwei Kilometer lang kein Meer. Man sieht nur bis zu zwei Meter hohe mediterrane Macchia, Pinien und die absolute Stille. Im Frühling, zwischen April und Mai, erfüllt die Blüte von Zistrosen und Ginster die Luft mit einem süßen, intensiven Duft. Das ist der Abschnitt, den ich am liebsten mag.

Route 4: Die Bunkerroute (Militärgeschichte auf dem Fahrrad)

  • Start und Ziel: Punta Rossa – Batterie von Poggio Rasu

  • Länge: 8 km (nur der Themenabschnitt)

  • Dauer: 1–2 Stunden

  • Schwierigkeitsgrad: einfach

  • Was siehst du: ehemalige NATO-Stützpunkte, Radarstationen, Küstenkanonen aus dem Zweiten Weltkrieg

  • Für Kinder geeignet: Ja, das gefällt mir sehr gut

Was diese Route so besonders macht: Während des Kalten Krieges beherbergte Caprera einen geheimen NATO-Stützpunkt mit dem Spitznamen “Little America”. Heute kann man verschiedene verlassene Anlagen frei besichtigen. Am beeindruckendsten ist die Batteria di Punta Rossa: vier riesige Kanonen, die noch immer auf das Meer gerichtet sind und von zwei Meter dicken Betonbunkern umgeben sind. Der Zugang ist kostenlos und frei, aber einige Bereiche gehören noch immer der NATO und sind gesperrt. Bitte beachten Sie die Schilder.

Route 5: Garibaldis Weg (vom Grab zum Meer)

  • Start und Ziel: Garibaldi-Kompendium – Cala Garibaldi

  • Länge: 3 km (einfach)

  • Dauer: 30 Minuten Radfahren + 1 Stunde Museumsbesuch

  • Schwierigkeitsgrad: einfach

  • Was siehst du: Garibaldis Wohnhaus und Museum, sein Grab, der Strand, an dem er badete

  • Für Kinder geeignet: ja

Das spannende Detail: Garibaldis Grab liegt versteckt zwischen riesigen Eukalyptusbäumen, die er selbst gepflanzt hat. Warum gerade Eukalyptusbäume? Garibaldi war überzeugt, dass ihr Duft Mücken vertreibt und Malaria vorbeugt. Er hatte Unrecht (Malaria wird von der Anopheles-Mücke übertragen, die der Eukalyptus nicht abhält), aber er schenkte Caprera einen seiner eindrucksvollsten Orte. Heute sind diese Bäume über dreißig Meter hoch. Mit dem Fahrrad die Allee entlangzufahren, die zum Grab führt, während das Licht durch die Zweige scheint, ist ein fast mystisches Erlebnis.

4. E-Bike oder normales Fahrrad auf Caprera? Die endgültige Antwort

Die kurze Antwort: Wenn du nie Fahrrad fährst oder älter als 55 bist, nimm ein E-Bike. Wenn du fit bist, reicht ein normales Fahrrad.

Die ausführliche Antwort. Ich habe beide Optionen in verschiedenen Jahren ausprobiert, und ich sage dir ganz ehrlich: Mit dem herkömmlichen Fahrrad bringt dich der Anstieg zum Monte Tejalone (zwei Kilometer mit einer durchschnittlichen Steigung von 7%) ganz schön ins Schwitzen. Aber die Abfahrt, bei der der Wind dich trocknet und das Meer plötzlich vor dir auftaucht, ist pure Freude.

Mit dem E-Bike spürt man fast keine Anstrengung. Man schafft die gesamte 25-Kilometer-Runde in zwei Stunden, ohne ins Schwitzen zu kommen. Man kann sich ganz auf die Landschaft konzentrieren und anhalten, um Fotos zu machen, ohne daran denken zu müssen: “Danach muss ich den Anstieg wieder hochfahren”. Es kostet zwar mehr, macht das Radfahren aber zu einem Vergnügen.

Hier sind die Zahlen: Ein zu 100 % aufgeladener Akku eines E-Bikes garantiert dir eine Reichweite von 60 bis 80 Kilometern auf gemischtem Gelände. Caprera ist maximal 25 Kilometer lang. Das bedeutet, dass du mit einer Akkuladung die Runde zweimal fahren kannst und noch etwas übrig hast. Du musst dir also keine Sorgen machen, dass der Akku leer wird.

Ein Geheimtipp: Die Fahrradverleihe in La Maddalena haben oft E-Bikes mit Akkus von Bosch oder Shimano im Angebot. Meide die markenlosen chinesischen Modelle. Das kostet zwar ein paar Euro mehr, aber so läufst du nicht Gefahr, mit leerem Akku in Punta Rossa liegen zu bleiben.

5. Was sollte man für einen Radtag auf Caprera im Rucksack dabei haben? (druckfertige Liste)

Wasser. Es gibt keine Trinkbrunnen. Es gibt keine Geschäfte entlang der Straße (außer einem Kiosk in Cala Garibaldi, der nicht immer geöffnet ist). Die Regel lautet: zwei Liter pro Person im Sommer, eineinhalb Liter im Frühling und Herbst.

Lunchpaket. Brötchen, Trockenobst, frisches Obst, Energieriegel. Auf Caprera gibt es keine Restaurants. Wenn du ohne Proviant ankommst, musst du Steine essen.

Sonnencreme. Der Sonnenschutz, den du am Strand benutzt, reicht nicht aus. Die Sonnenstrahlen, die vom Asphalt und Granit reflektiert werden, verbrennen dich auch an Stellen, an die du gar nicht denkst: unter dem Kinn, hinter den Ohren, an den Händen. Trage Sonnenschutzfaktor 50 auf.

Mütze und Sonnenbrille. Der Wind wirbelt feinen Sand auf. Die Brille schützt auch davor.

Tauchmaske und Flossen. Lesen. Du steckst sie in den Rucksack. In allen Buchten von Caprera ist das Schnorcheln einfach großartig.

Dünnes Strandtuch. Nicht das dicke Strandtuch. Sondern eines von denen, die in fünf Minuten trocken sind.

Leichte Regenjacke. Das Wetter ändert sich schnell. Ein Sommergewitter über der Straße von Bonifacio zieht innerhalb von zehn Minuten auf. Klatschnass auf dem Fahrrad zu sitzen, ist kein Vergnügen.

Powerbank für das Handy. Du nutzt das GPS, machst Fotos, und der Akku ist im Nu leer. Eine Powerbank mit 10.000 mAh reicht für zwei Tage.

Reparaturset. Wenn du ein Fahrrad mietest, bekommst du im Laden einen Schlauch und Luft zum Aufpumpen. Wenn du dein eigenes Fahrrad hast, bring diese Dinge von zu Hause mit. Eine Reifenpanne in Punta Rossa, 5 km von der Brücke entfernt, bei sengender Sonne, ruiniert den Tag.

Ausweise und Bargeld. Nicht alle Kioske akzeptieren Kreditkarten. Und die Mobilfunkverbindung auf Caprera ist stellenweise nicht vorhanden. Bargeld ist da die Rettung.

6. Welche Vorschriften gelten im Nationalpark für Radfahrer auf Caprera?

Regel Nummer 1: Bleiben Sie auf den markierten Wegen. Das Radfahren abseits der Wege, in der mediterranen Macchia, ist verboten. Die Geldstrafe beträgt mindestens 150 Euro.

Regel Nummer 2: Hinterlasse keinen Müll. Es gibt keine Mülleimer. Alles, was du mitbringst, nimmst du auch wieder mit.

Regel Nummer 3: Respekt vor der Tierwelt. Wenn du eine Korsische Möwe oder einen Wanderfalken siehst, bleib stehen. Nähere dich nicht. Mach keinen Lärm.

Regel Nummer 4: Keine Drohnen. Im Nationalpark sind sie ohne Genehmigung verboten. Wer dabei erwischt wird, muss mit einer Beschlagnahmung und einer Geldstrafe (ab 500 Euro) rechnen.

Regel Nummer 5 (nur für Hundebesitzer): Im Sommer dürfen Hunde nicht an die Strände von Caprera. Auch nicht an der Leine. Die Bußgelder sind hoch. Lass den Hund zu Hause oder auf La Maddalena.

Eine Regel, die niemand liest, die aber wichtig ist: Ruhe. Spiel keine laute Musik. Schrei nicht mit deinen Freunden von einem Ufer zum anderen. Caprera ist einer der wenigen Orte in Italien, an denen man noch das Rauschen des Windes und der Wellen ohne menschliche Störungen hören kann. Bitte respektiere das.

7. Mit Kindern auf dem Fahrrad durch Caprera: Ja oder nein? (und wie man es macht)

Kurze Antwort: Ja, aber mit guter Vorbereitung.

Lange Antwort. Das empfohlene Mindestalter für eine 10-Kilometer-Tour liegt bei 6–7 Jahren, vorausgesetzt, das Kind ist es gewohnt, Fahrrad zu fahren. Für kleinere Kinder (3–5 Jahre) mieten Sie einen Kindersitz für den Gepäckträger (einige Geschäfte auf La Maddalena bieten diese an) oder ein Lastenfahrrad.

Die für Kinder am besten geeignete Route: Von der Brücke in Cala Garibaldi bis zum Startpunkt und zurück. Insgesamt sind es 10 Kilometer auf ebenem Gelände, mit einem Strand auf halber Strecke, an dem man zwei Stunden lang eine Pause einlegen kann. Ein 8-jähriges Kind schafft das ohne Probleme.

Was man für Kinder mitbringen sollte: Genug Wasser (Kinder schwitzen mehr als Erwachsene), süße Snacks (ein Schokoriegel wirkt Wunder für die Stimmung), Pflaster (Stürze mit dem Fahrrad kommen vor, auch kleine), ein Ersatz-T-Shirt (sie kommen verschwitzt am Strand an und frieren dann im Wind).

Ein Trick, der funktioniert: macht die Radtour zu einer Schatzsuche. “Wir müssen Garibaldis Stuhl finden”, “Wer sieht als Erster die korsische Möwe?” (auch wenn ihr sie nicht sehen werdet, hält das Warten die Spannung aufrecht). Kinder langweilen sich, wenn das einzige Ziel das Radfahren ist. Verleihe dem Abenteuer einen Sinn.

8. Wann sollte man mit dem Fahrrad nach Caprera fahren? (Monat für Monat)

Mai und Juni: Die beste Reisezeit. Temperaturen zwischen 22 und 28 Grad. Das Meer ist bereits ab der zweiten Maihälfte badetauglich. Wenig Andrang. Die Fähren sind nicht überfüllt. Die Preise für den Fahrradverleih sind niedriger. Mäßiger Wind.

Juli und August: Hitze (oft über 35 Grad). Menschenmassen. Volle Parkplätze. Aber wenn du früh morgens (8:00–10:00 Uhr) und am späten Nachmittag (17:00–19:00 Uhr) radelst, findest du die Straße trotzdem menschenleer vor. Die Menschenmassen kommen zum Strand, nicht mit dem Fahrrad.

September und Oktober: Die zweitbeste Reisezeit. Temperaturen wie im Mai. Das Meer ist noch bis Mitte Oktober warm. Im September ist das Wasser sogar noch wärmer als im Juni. Nach dem 15. September lassen die Besucherzahlen drastisch nach.

Von November bis März: Technisch gesehen kann man zwar Rad fahren, aber es ist kalt (10–15 Grad), es regnet oft und der Wind ist stark. Außerdem sind viele Einrichtungen (Fahrradverleihe, Kioske) geschlossen. Nur für echte Hardcore-Radfahrer.

9. Was kostet ein Tag mit dem Fahrrad auf Caprera? (detaillierter Kostenplan)

Hier ein Beispiel für ein Budget für eine Person in der Hochsaison (August):

  • Fähre Palau–La Maddalena (Hin- und Rückfahrt, inklusive Fahrrad): 12–15 Euro

  • E-Bike-Verleih für einen Tag: 35 Euro

  • Lunchpaket (Wasser, Brötchen, Obst): 10 Euro

  • Eintrittskarte für den Nationalpark (für den Zugang zu den geschützten Stränden): 3 Euro

  • Gesamt: etwa 60–65 Euro pro Person

Wenn du dein eigenes Fahrrad dabei hast und dein Mittagessen von zu Hause mitbringst, fallen nur die Kosten für die Fähre (12–15 Euro) und die Fahrkarte (3 Euro) an. Insgesamt: weniger als 20 Euro für einen ganzen Tag. Das ist eine der günstigsten Möglichkeiten, den Archipel von La Maddalena zu erkunden.

10. Die 5 Fragen, die Google dir nicht beantwortet, wenn du mit dem Fahrrad auf Caprera unterwegs bist (aber ich schon)

Frage 1: Darf ich mein Fahrrad auf dem Weg nach Cala Serena mitnehmen?
Nein. Der Weg ist ein Fußweg, schmal und felsig. Mit dem Fahrrad kommt man dort nicht durch. Parke in Cala Garibaldi und gehe zu Fuß. Der Fußweg dauert 15–20 Minuten.

Frage 2: Gibt es auf der ganzen Insel einen eigenen Radweg?
Nein. Man fährt auf normalen Straßen, die man sich mit den Autos teilt. Der Verkehr ist jedoch gering und die Straße ist breit. Auf vielen Abschnitten gibt es einen weißen Streifen, der eine informelle “Spur” für Fahrräder markiert.

Frage 3: Kann ich Caprera mit dem Fahrrad in einer Stunde umrunden?
Wenn du ein Sportler bist, ja. Die gesamte Runde ist 25 km lang. Bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 25 km/h brauchst du genau eine Stunde. Aber du hättest nichts gesehen, du hättest nie angehalten. Der Sinn des Radfahrens auf Caprera besteht darin, anzuhalten.

Frage 4: Gibt es auf der Insel irgendwo Ladestationen für E-Bikes?
Nein. Auf Caprera gibt es keine Ladestationen. Auf La Maddalena eigentlich auch nicht. Der Akku muss den ganzen Tag durchhalten. Deshalb ist es wichtig, ein Fahrrad mit einem hochwertigen Akku zu mieten, der morgens zu 100 % aufgeladen ist.

Frage 5: Darf ich mit meinem Hund auf Caprera Rad fahren?
Ja, aber im Sommer darfst du ihn nicht an den Strand mitnehmen. Und auf Wanderwegen musst du ihn an der Leine führen. Und du musst sein Geschäft aufsammeln. Und du musst auch Wasser für ihn dabei haben. Viele geben deshalb auf. Es ist einfacher, den Hund zu Hause zu lassen.

Fazit: Warum das Fahrrad das beste Fortbewegungsmittel ist, um sich in Caprera zu verlieben

Die Wahrheit ist folgende. Im Auto siehst du Caprera durch ein Fenster. Das Auto schirmt dich ab, trennt dich von den Düften, vom Wind, von den Geräuschen. Auf dem Fahrrad bist du mitten auf der Insel. Du riechst den Duft der Myrte, die unter den Rädern zerquetscht wird. Du spürst den Wind, der von Korsika weht und dir die Stirn trocknet. Du spürst die Stille, die nur vom Zirpen der Zikaden und dem Rauschen der Wellen unterbrochen wird.

Und dann ist da noch Garibaldi. Er hatte zwar kein Fahrrad, aber Pferde. Und er legte dieselben Wege zurück, hielt an denselben Buchten an und blickte auf dasselbe Meer. Wenn man auf Caprera Rad fährt, folgt man gewissermaßen seinen Spuren.

Ein letzter Tipp: Versuche nicht, alles sehen zu wollen. Caprera ist klein, aber es lohnt sich, die Insel in aller Ruhe zu erleben. Wähle zwei oder drei Etappen aus, halte an, um baden zu gehen, iss ein Sandwich mit den Füßen im Sand, leg dich auf den Granit und beobachte die Wolken. Das Fahrrad ist kein Mittel, um mehr Strecke zurückzulegen. Es ist ein Mittel, um jeden einzelnen Meter zu genießen.

Mach dein Fahrrad startklar, füll die Trinkflasche und los geht’s. Der Archipel von La Maddalena erwartet dich. Und wenn du nach Hause zurückkehrst, wirst du dich nicht an die Anstrengung erinnern. Du wirst dich an den Wind im Gesicht erinnern, an das Meer, das wie gemalt wirkte, und an dieses Gefühl der Freiheit, das nur zwei Räder vermitteln können.

Viel Spaß beim Radfahren auf Caprera.

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